Anleitung zum Unglücklichsein

Blüthener Gespräch
Donnerstag 19. März 18.00 Uhr

Eine nicht unernste Lesung mit Texten von François Lelord und Paul Watzlawick
Peter Radziwill

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht den Hammer. Der Nachbar hat einen.  Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts abgetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich auch noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht‘s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er ‚Guten Tag’ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: ‚Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!’“

Eigentlich könnte man doch ganz zufrieden sein. Wären da nicht … die anderen Menschen und die Politik und überhaupt … Warum soll ich zufrieden sein? Es sind nicht nur die fakenews der anderen, die das Leben schwer machen, sondern im Menschen selbst scheint es etwas zu geben, das dem Glück im Wege steht. 


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