Das weiße Band

Film und Gespräch

 

In der Prignitz, in Netzow wurde großes Kino gedreht. Der Schwarz-Weiß-Film beleuchtet die Situation in einem Dorf am Vorabend des 1. Weltkriegs. An oberster Stelle der Dorfhierarchie stehen der adelige Gutsherr, der Arzt und der Pfarrer, welcher seine Kinder für das kleinste Vergehen zur Strafe ein weißes Band tragen lässt. Der Dorffrieden wird durch mysteriöse Ereignisse gestört: Der Arzt erleidet einen Unfall. Der Sohn des Gutsherren wird entführt. Der Sohn Hebamme schwer misshandelt. Stecken die Kinder und Jugendlichen des Dorfes dahinter, die ihre eigene Erziehung in diesen Taten widerspiegeln? 

Wenn der Pfarrer seine  Kinder mit dem Tragen des „weißen Bandes“ abstraft, unterwerfen sie sich mit un­durchdringlichen Gesichtern: widerspruchs­los, doch hasserfüllt. Weiß ist auch das Band, mit dem er den pubertierenden Ältesten über Nacht ans Bett fesseln lässt. Demütigen und Bloßstellen heißen die hier angewandten Fol­termethoden. Die sanfte Fessel des weißen Bandes täuscht nur notdürftig über die wah­ren Gewaltverhältnisse, ein Geflecht aus Ritu­al, Aberglauben und Obrigkeitsdenken, hin­weg.

Am Ende steht der Beginn des 1.Weltkrieges, die Vorfälle werden dadurch zur Nebensache. Doch sind sie nicht die Wurzeln zukünftiger Ereignisse?

Donnerstag 28. Oktober 18.00 Uhr
im Pfarrhausmuseum